Berichte

Kontingentübung des Landkreises BGL in Passau
// Kontingentübung des Landkreises BGL in Passau 09.07.2019
Von Freitag, 05.07. bis Samstag 06.07. fand eine Übung des Hilfeleistungskontingents „Hochwasser“ des Landkreises Berchtesgadener Land in Passau statt. Die Feuerwehr Laufen war mit einem Teil der Mannschaft und dem Boot ebenfalls beteiligt.

Der erste Teil der Übung umfasste die Anfahrt aller beteiligten Feuerwehren im geschlossenen Verband Richtung Passau. Treffpunkt dafür war das Feuerwehrgerätehaus in Laufen, von wo aus sich nach einigen einleitenden Worten des Kontingentführers Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller der Verband pünktlich um 14 Uhr in Bewegung setzte. Nach ca. dreieinhalb Stunden wurde das 120 km entfernte Passau erreicht, wo nach dem Beziehen der Zelte im Bschüttpark und Begrüßung durch Stadtbrandinspektor Florian Emmer das Abendessen auf die Übungsteilnehmer wartete.

Am nächsten Morgen startete nach dem Frühstück um 07 Uhr für die Beteiligten der zweite Teil der Übung. Ein Teil der Mannschaft besichtigte das Passauer Wasserwerk, welches bei einem Hochwasser extrem gefährdet ist. Die mit Booten angerückten Feuerwehren (auch die Feuerwehr Laufen) hielten auf den zwei großen Passauer Fließgewässern Donau und Inn unter Anleitung von Ausbildern der Feuerwehr Passau – Löschzug Hauptwache und Löschzug Ilzstadt eine Bootsübung ab. Dabei konnten verschiedene Szenarien wie Personenrettung, Sachbergung und zielgenaues Anlegen geübt werden. Nach der Übung erfolgte wiederum im Bschüttpark die Mittagsverpflegung, die, wie auch Abendessen und Frühstück zuvor, von der Verpflegungseinheit des Malteser Hilfsdienstes hervorragend zubereitet wurde. Nach dem anschließenden Aufräumen des Lagerplatzes ging es für die Beteiligten wieder Richtung nach Hause.

Ein Dank geht an dieser Stelle an die Malteser für die tolle Verpflegung während der Übung sowie an die Feuerwehr Passau für die Gastfreundschaft und die geopferte Zeit für die Ausbildung.
 
Autor: Sebastian Fenzl Fotos:  Feuerwehr Laufen (25 Bilder)
Einsatzübung: Verkehrsunfall mit zwei verletzten Personen
// Einsatzübung: Verkehrsunfall mit zwei verletzten Personen 08.07.2019
Verkehrsunfall mit einem PKW, der von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt ist, war das Ausgangsszenario der Einsatzübung am Mittwoch. Als Einsatzort wurde die alte B20 in Höhe von Bubenberg verwendet, wo die ehemalige Brücke der Bundesstraße noch immer steht und mittlerweile als Radweg Richtung Kirchanschöring verwendet wird.

Der Übungsleiter fand bei der Ankunft an der Einsatzstelle das Fahrzeug direkt an einem Abhang kurz nach der Straßenbrücke vor. Der Baum, gegen den der Fahrer mit seinem PKW gefahren war, ragte noch mit einem großen Ast durch die Scheiben der Fahrer- und Beifahrertüre. Beim Erkunden der näheren Umgebung wurde festgestellt, dass der Beifahrer aus dem Fahrzeug geschleudert wurde und den Hang hinabgestürzt war.

Von den angeforderten Fahrzeugen kümmert sich das Tanklöschfahrzeug sofort um die Personenrettung des eingeklemmten Fahrers. In der Zwischenzeit bereitete die ebenfalls angeforderte Drehleiterbesatzung eine Rettung der Person aus dem Graben mit der Schleifkorbtrage vor. Um die Erstversorgung der Person zu gewährleisten wurden mehrere Steckleiterteile zusammengebaut, um den Weg den Hang hinab für einen Betreuer zu ebnen.

Die Person im Fahrzeug konnte nach Beseitgung des Astes mit der Motorsäge schnell aus dem Fahrzeug über die Beifahrertüre befreit werden. Die zweite Person wurde über die Drehleiter gerettet. Weitere Kräfte des Mittleren Löschfahrzeuges unterstützen unter anderem bei der Verkehrsabsicherung und der Gerätevorbereitung.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (36 Bilder)
Schulung Selbstrettung und Absturzsicherung
// Schulung Selbstrettung und Absturzsicherung 03.07.2019
Beim Katastropheneinsatz in diesem Winter war es tagelang eines der wichtigsten Einsatzmittel, die Rede ist von der Absturzsicherung. Diesem Thema wurde in den vergangenen Übungen besonderes Augenmerk geschenkt, in mehreren Blöcken wurden die einzelnen Gruppen ausgebildet.

Egal ob bei einem Sturmeinsatz, wenn lose Dachziegel wieder eingedeckt werden müssen oder wie in diesem Winter, wenn Dächer von ihrer Schneelast befreit werden. Die Eigensicherung der Einsatzkräfte hat immer oberste Priorität, damit nicht die Helfer selbst irgendwann noch Hilfe brauchen.

Nach den zahlreichen Einsätzen im Winter wurde bei der Ausrüstung der Feuerwehr Laufen nochmal nachgebessert und nützliches ergänzt. Neben dem Einsatz auf einem normalen Dach eines Einfamilienhauses, war ein weiteres Thema der Schulung die Selbstrettung von Atemschutzgeräteträgern über eine Steckleiter. Geübt wurde dieses Szenario an unserem Übungsturm. Als Grundlage jeder Übung wurden Knoten und UVV Sicherheitshinweise besprochen.

Mit diesen neuen Schulungen sind die Feuerwehrmänner und -frauen der Feuerwehr Laufen zum Thema Selbstsicherung wieder auf dem neuesten Stand. So ist ein sicheres Arbeiten bei erneuten Unwetter Einsätzen jederzeit gewährleistet.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (13 Bilder)
Ehrungen bei Oberndorfer Florianifeier
// Ehrungen bei Oberndorfer Florianifeier 27.04.2019
Die Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren aus Laufen und Oberndorf hat eine lange Tradition, die mehr als 150 Jahre zurückreicht. Um diese Zusammenarbeit zu würdigen, hatte das Kommando der Feuerwehr Oberndorf beschlossen zwei Kameraden der Feuerwehr Laufen im Rahmen ihrer Florianifeier eine Auszeichnung im österreichischen Feuerwehrwesen zu verleihen.

Die Florianifeier der Feuerwehr Oberndorf ist für die Feuerwehrfrauen und -männer ein besonderer Festtag, in dessen Rahmen neben der Florianimesse und der Angelobung von neuen Mitgliedern auch verdiente Feuerwehrmitglieder geehrt werden. Bei den diesjährigen Ehrungen durften sich auch zwei Mitglieder der Feuerwehr Laufen über eine Auszeichnung freuen. Der 1. Kommandant der Feuerwehr Laufen Herbert Kitzberger wurde mit der Medaille für verdienstvolle Zusammenarbeit des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Der ehemalige stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Laufen Patrick Reimann mit der Medaille für verdienstvolle Zusammenarbeit des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg.

Beide Feuerwehrmänner hatten in den letzten acht Jahren zusammen die Feuerwehr Laufen geführt. Ein großes Anliegen war den beiden Kommandanten eine stehts gute Zusammenarbeit mit der Nachbarfeuerwehr, sowohl im Einsatzgeschehen als auch im kameradschaftlichen Miteinander.

Herbert Kitzberger ist seit 24 Jahren 1. Kommandant der Feuerwehr Laufen und hat bereits bei zahlreichen Einsätzen mit den österreichischen Nachbarn zusammengearbeitet. Auch die gegenseitige Patenschaft der beiden Wehren im Rahmen der 150 Jahrfeiern 2010 und 2014 fällt in seine Amtszeit.

Der ehemalige stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Laufen Patrick Reimann, der zum 1. April dieses Jahres nach acht Jahren aus seinem Amt ausgeschieden ist, erhielt eine Auszeichnung für die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Oberndorf. Bereits vor seinem Antrittsbesuch vor acht Jahren als Stellvertreter des Jugendwartes war es ihm ein Anliegen die Kameradschaft und grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Feuerwehr zu vertiefen. Als Kommandant konnte er dieses Anliegen in den letzten Jahren aktiv mitgestallten.

Eine weitere Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich des Einsatzdienstes konnte auch ihm Rahmen der Florianifeier erreicht werden. Kurz nach der Einführung des deutschen Digitalfunk Netzes erhielt die Feuerwehr Oberndorf für ihr Einsatzleitfahrzeug ein Funkgerät der Feuerwehr Laufen. Nach der kürzlich erfolgten Digitalfunk Einführung im Land Salzburg übereichte nun die Feuerwehr Oberndorf im Gegenzug ein österreichisches Funkgerät für die Laufener Wehr. So kann bei grenzüberschreitenden Einsätzen auch mit der neuen Funktechnik wieder ohne große Hürden zusammengearbeitet werden.

Die Beiden Ausgezeichneten bedanken sich für die erhaltenen Ehrungen und das neue Digitalfunkgerät für die Feuerwehr Laufen.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Oberndorf (20 Bilder)
// Aktion "Disco-Fieber" am Rottmayr Gymnasium Laufen 19.04.2019
Ein Autobrand in Mayerhofen. Was sich eher als Routineeinsatz ankündigte, erwies sich wenig später als Tragödie. An einem Sonntagmorgen verbrannten vier junge Menschen in ihrem Kleinwagen. Wenn Polizeihauptkommissar Jörg Tiedke und Feuerwehrkommandant Herbert Kitzberger heute, fast 14 Jahre später, davon erzählen, vibriert noch immer ihre Stimme. Erzählt haben nicht nur sie von ihren Erlebnissen im Einsatz. Die Zuhörer: Schüler der zehnten Klassen des Rottmayr-Gymnasiums, also jene, die demnächst den Führerschein machen werden. „Disko-Fieber“ nennt sich diese Aktion, die junge Fahrer warnen soll: Nicht mit Drogen und Alkohol ans Steuer. Und Hände weg vom Handy.

Bei feuchter und schmieriger Fahrbahn war der 20-jährige Fahrer in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen, über eine Wiese gerutscht, und dann mit dem Wagen über eine massive Steinmauer geflogen. Die Steinblöcke hatten die Batterie aufgerissen, ein Lichtbogen entzündete den Wagen sofort. Der 20-Jährige starb an seinem Geburtstag. Neben ihm verbrannte seine 25-jährige Freundin, zwei 19-Jährige saßen auf der Rückbank. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen die Flammen meterhoch aus dem Auto. „Überhöhte Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn“, konstatierte Jörg Tiedke, später hatte man aus der Körperhülle des Fahrers Blut entnommen und 1,2 Promille Alkohol festgestellt. Kommandant Herbert Kitzberger war einer der ersten am Geschehen, von einer Anwohnerin hatte er erfahren, dass im Wagen Menschen säßen. „Ein Kamerad hat es psychisch nicht ertragen“, berichtete Kitzberger von dem Einsatz. Weil kurz darauf die Medien aufmerksam geworden waren, hatte man den verkohlten Wagen komplett verladen und in eine abgeschlossene Halle verbracht. „Die Beine der Beifahrerin waren regelrecht in das Armaturenbrett eingeschmolzen“, schilderte der Kommandant die Herausforderung, die Toten mussten aus ihrer geknickten Haltung gestreckt werden, um sie in Särge betten zu können. „Dieses Geräusch werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, gestand Kitzberger. „Auch ein Polizeibeamter steckt das nicht einfach weg“, unterstrich Jörg Tiedke, „die Bilder habe ich heute noch im Kopf.“ Nach so einer Tragödie gilt es, die Angehörigen zu verständigen.

Alle Reaktionen hat Tiedke bereits Ein Einsatz, den keiner vergisst erlebt: „Manche wollen es nicht wahrhaben, andere schreien, weinen, oder sitzen nur apathisch da.“ Inzwischen gibt es dafür einen Kriseninterventionsdienst. Helmut Langosch hat mit dessen Aufbau 2001 begonnen, seit 2006 werden auch Einsatzkräfte betreut. „Als Verursacher muss ich mit meiner Schuld umgehen“, weiß Langosch von vielen Fällen, bei denen andere, oft völlig Unbeteiligte ums Leben gekommen waren. Mit Kurzfilmen Schüler sensibilisiert Schuldig gemacht hatten sich etliche Fahrer und Fahrerinnen in den Kurzfilmen, die man den Schülern präsentierte. Nicht immer waren es Alkohol und Drogen, die zu den Unfällen führten, sondern auch das Hantieren am Smartphone. Beim Blick nach vorne, war es: zu spät. Simon Pawelka ist ehrenamtlicher Rettungssanitäter. Er erzählte den Schülern von einem jungen Pärchen, dass sich ein schnelles Auto gemietet hatte, und dann mit Alkohol und Drogen im Blut an einen Baumgekracht war. „24 Stunden haben die Ärzte um das Leben des jungen Mannes gekämpft“, berichtete Pawelka aus dem Krankenhaus, „seine Freundin lag im Flur gegenüber als er starb.“

Die Schüler Julian Wolf und Leonhard Kreuzer meldeten sich spontan, als Herbert Kitzberger Freiwillige suchte. Die beiden setzten sich als Unfallopfer in den völlig demolierten Kleinwagen, den Laufens Feuerwehr auf dem Gymnasiumsareal bereitgestellt hatte. Mit neun Mann rückte die Wehr an, dazu die beiden Rettungssanitäter des BRK. Kitzberger erklärte den Schüler die einzelnen Arbeitsschritte von der Stabilisierung der Verletzten über das Durchtrennen der Fahrzeugsäulen bis zum Abheben des Daches. „Wichtig ist, mit den Verletzten zu reden“, appellierte Kitzberger an alle Ersthelfer. „Jeder hat Verantwortung“, ergänzte Schulsozialarbeiterin Ramona Mühlbacher, „es geht nicht nur um einen selbst.“ So sieht das auch die Schülerin Sophie Bahr: „Im Falle des Falles jemandem den Autoschlüssel abnehmen“, sagt sie gegenüber der Heimatzeitung. Auch Sarah Weber appelliert an alle jungen Leute: „Mehr schauen und besser aufpassen.“

Auf die Frage an die Klassen, wer bei Feuerwehr oder Rotem Kreuz aktiv sei, gingen einige Hände nach oben. Trotz geteilter Meinung: Die Botschaft ist angekommen Drei jungen Burschen aus den Klassen waren die Filme mit vorhersehbarem Ausgang dann doch etwas zu viel gewesen. „Also mehr hätten es nicht mehr sein müssen“, waren sie sich einig. Aber auch bei ihnen ist die Botschaft angekommen: „Beim Fahren Finger weg von Alkohol und Drogen – und vom Handy.“ Letzteres gilt auch für Unfallzeugen: Keine Bilder und keine Filme davon machen.
 
Autor: Hannes Höfer
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