Berichte

Praktische Ausbildung startet nach Corona Pause
// Praktische Ausbildung startet nach Corona Pause 27.05.2021
Die Feuerwehr Laufen konnte am gestrigen Mittwoch nach über einem halben Jahr, oder genauer gesagt nach 33 Wochen Zwangspause ihren praktischen Übungsbetrieb wiederaufnehmen. Bereits am Dienstag startete die Jugendfeuerwehr mit ihrer Ausbildung.

Die gesunkenen Fallzahlen in der Region machen es möglich, dass auch die Feuerwehr Laufen nach langer Pause wieder in den Übungsbetrieb einsteigen konnte. Grund für den Stopp der Ausbildung waren die sprunghaft angestiegenen Corona Fallzahlen des Landkreises Berchtesgadener Land im Oktober letzten Jahres. Kurz darauf folgte dann der Lockdown im ganzen Land. Seit rund drei Wochen sind die Zahlen auch bei uns im Landkreis wieder gesunken und die Corona Lage verbessert sich in ganz Deutschland.

Nach mehreren online Schulungen in den Wintermonaten, können seit Mittwoch wieder Praxis Übungen stattfinden. Die Vorsichtsmaßnahmen, die bereits im letzten Sommer galten, werden weiter eingehalten. Neben Maskenpflicht, getrennten Umkleiden und üben im Freien, wurde die Mannschaft wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. So hat jedes Feuerwehrmitglied abwechselnd alle zwei Wochen eine Übung.

Zum Start der ersten Übungen wird das Basis Wissen der Feuerwehrdienstleistenden wieder aufgefrischt. Geübt werden der Grundaufbau im Einsatz bei der technischen Hilfe Leistung und im Brandeinsatz. In den anschließenden Übungen werden die Themen dann vertieft.

Die Vorfreude bei unserer Jugendfeuerwehr konnte man am Dienstag zum Beginn des Übungsbetriebs deutlich spüren. Endlich konnte man sich wieder mit Freunden und Kameraden treffen.

Zum lockeren Start in die Ausbildung, wurde eine Funkrally durch das Stadtgebiet organisiert. Bei dieser Schnitzeljagd mussten mehrere Aufgaben abgearbeitet werden, um am Ende den Hinweis auf einen Schatz und damit eine Belohnung für die Gruppe zu finden.

Den ausführlichen Bericht findet ihr auf der neuen Instagram Seite unserer Jugendfeuerwehr >> @jugendfeuerwehrlaufen

Bleibt zu hoffen, dass sich die Corona Situation weiter entspannt und die Einschränkungen für die Feuerwehren Schritt für Schritt weiter gelockert werden können.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (13 Bilder)
Feuerwehrverein blickt auf Vereinsjahre 2019/2020 zurück
// Feuerwehrverein blickt auf Vereinsjahre 2019/2020 zurück 28.04.2021
Der Alltag der Feuerwehr Laufen ist auch nach über einem Jahr noch fest im Griff der Corona Pandemie. Der Feuerwehrverein führte deswegen am Freitag seine Jahreshauptversammlung für die Vereinsjahre 2019/2020 im digitalen Rahmen durch und hofft auf bessere Zeiten in nicht allzu ferner Zukunft.

Eigentlich sind Jahreshauptversammlungen traditionell der Rahmen, bei dem die Mitglieder zusammenkommen und auf das vergangene Jahr zurückblicken. Um den Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen, Ehrungen durchzuführen und gemeinsam zu Feiern.

Aber wie so vieles in der momentanen Zeit, war bei dieser Jahreshauptversammlung alles anders, als in den Jahren zuvor. Im letzten Jahr war die Versammlung bereits für Ende März angesetzt und musste dann kurz vorher aufgrund des ersten Lockdowns abgesagt werden. Rechtlichen Vorschriften und gesundheitliche Gefahren einer Ansteckung verhinderten in den Monaten danach das Durchführen der Veranstaltung. Eine Mitgliederversammlung ist laut Satzung mindestens einmal jährlich notwendig, deshalb holten die Laufener Feuerwehrler ihre Versammlung für die beiden Vereinsjahre 2019/2020 am Freitag in einer Videokonferenz nach.

Der 1. Vorsitzende Florian Brandl begrüßte die Versammlung über die Bildschirme der einzelnen Mitglieder in ihren Wohnungen und blickte kurz auf die aktuelle Situation des Vereins. Wegen Corona wurden im vergangenen Jahr fast alle Veranstaltungen abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die größte Herausforderung dabei, das Vereinsleben und die sozialen Kontakte untereinander möglichst aufrecht zu erhalten, auch wenn man gleichzeitig jeden Kontakt vermeiden soll. Umso größer ist bereits jetzt die Vorfreude, in hoffentlich nicht mehr allzu ferner Zukunft wieder zusammen zu kommen und das Vereinsleben zu genießen.

Eigentlich ist eine digitale Veranstaltung nicht unbedingt dafür geeignet Ehrungen durchzuführen, zu unpersönlich und wenig festlich. Jedoch wollte es sich der Vorstand nicht nehmen lassen, sich bei einem langjährigen Ausschussmitglied und Funktionär in der aktiven Wehr zu bedanken. Der langjährige 1. Jugendwart Andreas Herner hat im November aus beruflichen Gründen sein Amt als Jugendwart an seinen Nachfolger Sebastian Fenzl übergeben. Durch diesen Wechsel schied Andreas Herner auch als Mitglied des Vereinsausschusses aus dem Amt. Für seine hervorragende Arbeit in den letzten Jahren wurde ihm als Würdigung ein Geschenk überreicht. Die Übergabe durch die beiden Vorsitzenden, hatte bereits vor der Versammlung im Corona Konformen Rahmen stattgefunden (siehe Bild).

Der Kassier Korbinian Adler stellte seinen Kassenbericht für die beiden Vereinsjahre vor und erläuterte die momentane finanzielle Lage des Vereins. Im Jahr 2019 hatte der Verein mit Hilfe der Einnahmen durch die Beachparty gut vorgesorgt. Auch 2020 konnte der Verein ein kleines Plus auf dem Kontostand verzeichnen. Grund hierfür waren Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Ausgaben waren aufgrund des fast komplett eingestellten Vereinsleben nur sehr gering.

Die beiden Kassenprüfer konnten dem Kassier eine einwandfreie Kassenführung bestätigen und baten die Versammlung um die Entlastung des Vorstandes. Welchem die Versammlung einstimmig folgte.

Als Ehrengäste durften die Mitglieder den 1. Bürgermeister Hans Feil und die 2. Bürgermeisterin Brigitte Rudholzer begrüßen. Der Bürgermeister bedankte sich bei seinem Grußwort für die geleistete Arbeit in den letzten Monaten, die besonders durch die Corona Pandemie zusätzlich erschwert wurde.

Mit seinen abschließenden Worten bedankte sich der 1. Vorsitzende bei allen Mitgliedern für ihre Unterstützung in den letzten zwei Jahren und schloss Veranstaltung mit dem Wunsch sich möglichst bald wieder in normalen Rahmen sehen zu können.
 
Autor: Patrick Reimann Fotos:  Feuerwehr Laufen (9 Bilder)
Aus der Feuerwehr - Ehrenfeuerwehrler Heribert Bruckschlögl
// Aus der Feuerwehr - Ehrenfeuerwehrler Heribert Bruckschlögl 19.03.2021
Artikel Südostbayerische Rundschau - 19.03.2021 

Ehrenfeuerwehrler lässt Bauernhof brennen 


Menschenbild: Altkommandant Heribert Bruckschlögel bildet historischen Gebäude der Stadt maßstabgetreu ab 

Eigentlich "brannte" der langjährige Feuerwehrkommandant von Laufen und Kreisbrandmeister Berchtesgadener Land, Heribert Bruckschlögl (75) sein ganzes Leben darauf, Brände zu löschen. Doch in der Rente darf er sich erlauben, auch Brände zu entfachen: Im Obergeschoss seines Hauses hat er sich eine Modellanlage geschaffen, die sich über zwei Zimmer erstreckt. Ganz hinten, im Eck, und nicht für jedermann sofort ersichtlich, ist ein Bauernhof aufgestellt, dessen Stall halb abgebrannt ist. Feuerwehrleute, wie Bruckschlögl zeitlebens in seiner aktiven Zeit einer war, sind am Werken. Auf Knopfdruck kann der frühere Kommandant auch den Brand neu entfachen. Nur simuliert, versteht sich, aber alles sieht verdammt echt aus, denn der oberste Brandbekämpfer ist ja kein Pyromane.

Das "Brandobjekt" ist Teil einer großen Modellanlage, in der die historischen Gebäude von Laufen und Oberndorf maßstabgetreu abgebildet sind: der Stiftsbezirk mit der Kirche und einem Hochzeitszug, der gerade im Hauptportal zur Trauung einzieht, das Alte Rathaus in der Rottmayrstraße und es scheinen einige Altstadthäuser auf. Ganz vorne, sozusagen die Eintrittseite der Altstadt, mit dem Oberen Stadttor und davor das Kapuzinerkloster mit dem alten Friedhof und herüben das Kriegerdenkmal. Daneben die Salzachbrücke nach Oberndorf, wo selbstverständlich die Stille-Nacht-Kapelle, der Wasserturm, die Kalvarienbergstiege, die St. Christophorus-Kapelle hinten in der Altach und die Wallfahrtskirche nicht fehlen dürfen. Halt so alles, was den Laufenern wichtig erscheint.

Modellbau in Perfektion

Herüber der Salzach dann wieder vor allem das alte Baywa-Gebäude mit dem Lagerhaus und der Landmaschinenwerkstätte. Sie ist ihm wichtig, weil hier Bruckschlögl ins Berufsleben startete. Oben in Richtung Haiden dreht das Bayerische Fernsehen am Poideihof des Hans Müller eine Szene aus "Hubert und Staller". Alles ist echt, sogar die Beleuchtung strahlt die Szene aus. Doch eines ist ein Wunschdenken von Bruckschlögl: Laufen ist an ein verkehrsreiches Bahnnetz angeschlossen, allerdings in der Größenordnung Märklin H0. Und die Züge bringen Bewegung in die Landschaft, die hier im Modell 1:100 steht.

Das Handwerkliche war Bruckschlögl bereits in die Wiege gelegt worden. Er hatte sich früh für die Technik interessiert und erlernte in der Baywa-Werkstätte in Laufen den Beruf des Landmaschinentechnikers. Hernach war er bei der Sparkasse Laufen angestellt und wurde auch mit handwerklichen Aufträgen beauftragt, so etwa mit der Anfertigung von Kinderschaltern für den Weltspartag. Einen Wechsel an die Sparkasse Bad Reichenhall lehnte er ab und trat stattdessen bei einer Laufener Immobilienfirma ein, wo er in der Hausverwaltung bis zur Rente tätig war.

"Mein Mann war in seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr sehr viel unterwegs und da war ich froh, dass er zum Ausgleich seine Freizeit zuhause mit dem Modellbau nutzte", sagt Gattin Christine. Bruckschlögl hat auch von der Öffentlichkeit viel beachtete Aufträge erhalten, das Modell der Altstadt anlässlich des Architektenwettbewerbes für die neue Häuserzeile an der Gordian-Guckh-Straße im Frauenwinkel. Seine Aufgabe war, die Altstadt im Modell zu bauen, in das die Architekten sodann ihre diversen Entwürfe einschoben. Ein anderes Mal baute er eine Häuserlandschaft im Modell für das Achthal oder er stellte das weitläufige Feuerwehr-Erholungsheim in Bayerisch Gmain im Modell 1:100 dar. Aber auch größere Formate schafft Bruckschlögl: Im Feuerwehrhaus Laufen steht die Nachbildung eines historischen Pumpenwagen der ehemaligen Feuerwehr Triebenbach im Format 1:3.

Feuerwehr ist sein Leben

Für die Feuerwehr Oberndorf schuf er einen "Brandlöscher" zum Jubiläum, ebenfalls im Format 1:3. Der historische Feuerwehrwagen kann aufgeklappt werden und es kommt eine Bar zum Vorschein. Sein handwerkliches Können ist jedoch viel breiter: er fertigt Schmiedeisenarbeiten, drechselt Kerzenständer, Holzschüsseln, Holzbecher und derzeit Ostereier. Im Herbst schon auch mal Obst und Schwammerl. Auch sehr feine Arbeiten liegen ihm: er drechselt Holz-Kugelschreiber.

Bruckschlögl ist Feuerwehrmann mit "Leib und Seele". Mit 14 trat er der Feuerwehr Laufen bei. Mit 34 Jahren wurde er überraschend Stadtfeuerwehrkommandant, als sein Vorgänger mit 45 Jahren starb. Er leistete alle Lehrgänge und Prüfungen und war sodann 19 Jahre Kommandant, nachher war er elf Jahre Kreisbrandmeister für den nördlichen Landkreis Berchtesgadener Land mit den Gemeinden Laufen, Saaldorf-Surheim, Freilassing und Ainring. Nachdem er mit 60 Jahren das gesetzliche Dienstalter erreicht hatte, berief man ihn zum Ehrenkreisbrandmeister. Als im Jahre 2010 das große Feuerwehrfest in Laufen anstand, holte man ihn als Festleiter; er bereitete mit einem Team drei Jahre das große Fest vor.
 
Autor: Prof. Josef Standl Fotos:  Prof. Josef Standl (1 Bilder)
Aus der Feuerwehr - Feuerwehrler Patrick Reimann
// Aus der Feuerwehr - Feuerwehrler Patrick Reimann 06.02.2021
Artikel Südostbayerische Rundschau - 06.02.2021 

Nach Lähmung zurück gekämpft: MS-Kranker kann wieder gehen 

Mit hartem Training besiegt Feuerwehrler Patrick Reimann Multiple Sklerose und Querschnittlähmung 

2007 erhält Patrick Reimann aus Laufen (Berchtesgadener Land) die Diagnose MS, die später in eine Querschnittlähmung mündet. Inzwischen kann er sogar wieder gehen.

Man schreibt den 5. April 2007, den Gründonnerstag. Während sich die Familie des 21-jährigen Bauzeichners Patrick Reimann in Laufen und die Welt auf das Osterfest vorbereiten, liegt Patrick in der Christian-Doppler-Klinik Salzburg. Seit sieben Tagen nimmt man an ihm Untersuchungen vor, weil die Ärzte wegen seiner Kopf- und Augenschmerzen keine eindeutige Diagnose stellen können. Nun soll eine endgültige Abklärung erfolgen. Und die erfolgt: Multiple Sklerose (MS) lautet das medizinische Urteil. Das Anamnesegespräch zwischen Arzt und Patienten verläuft kurz, als ihm die Krankheit mitgeteilt wird. "Mir war, als wäre ich in ein schwarzes Loch gefallen. Ganz tief. Keine weitere Aufklärung, keine psychologische Begleitung. Ich dachte mir, was bist du als Mensch und Patient?".
Doch es sollte noch dicker kommen in den nächsten Jahren: Es folgten viele "Schübe", wie die vertiefenden Krankheitsverläufe genannt werden. Reimann verbrachte den Großteil der Zeit in den Folgejahren bei rund ein halbes Dutzend Ärzten und Spezialkliniken. Immer wieder. Der letzte Schub erfolgte Anfang 2018 in der Folge der MS mit der Entzündung des oberen Rückenmarks im Halsabschnitt (HWS), welche die inkomplette Querschnittlähmung auslöste. Nun waren der Rollstuhl und die Krücken das Fortbewegungsmittel. "Ich musste mir mein Leben völlig umstellen und neu organisieren. Kein gesunder Mensch kann sich das vorstellen, gegen welche Hürden man zu kämpfen hat. Doch ich habe in der Familie und bei vielen Freunden, so auch bei der Feuerwehr, in dieser Lebenslage einen starken Rückhalt."

"Ich darf erfahren, was Kameradschaft bedeutet"

Patrick Reimann war bereits seit 1999, also lange vor seiner Erkrankung, Mitglied der Feuerwehrjugend und der Feuerwehr. Er absolvierte alle erforderlichen Lehrgänge, vom Grundlehrgang bis zum Zugführer. Seit 2003 ist er auch für die Pressearbeit und die Homepage zuständig und ab 2011 war er als Oberlöschmeister Kommandant-Stellvertreter der Stadtfeuerwehr Laufen, legte allerdings diese Funktion krankheitshalber 2019 zurück.

Kommandant Herbert Kitzberger lobt den Einsatz seines Kameraden: "Patrick hat sich insbesondere beim Bau des neuen Feuerwehrhauses große Verdienste erworben. Er konnte seine Erfahrung aus einer führenden Stellung bei der Feuerwehr und die seines Berufes als Bauzeichners einbringen. Somit ist es auch ihm zu verdanken, dass wir in ein Haus einziehen konnten, das sehr funktional gebaut ist und zudem wurde durch die Erfahrung von Patrick auch Geld gespart, weil klug gebaut und sparsam umgesetzt werden konnte." Auch seit seiner schwierigen Phase der Erkrankung leistet er wertvolle Dienste, vor allem im inneren Ablauf, wie im Schriftverkehr, bei Verwaltungsarbeiten und in der Öffentlichkeitsarbeit."

Rollstuhl und Krücken konnte er beiseite legen

Der gute Genesungsfortschritt bei dieser Krankheit ist nur zu erwirken, wenn überhaupt, durch ein hartes körperliches Training möglich. "Da bin ich dankbar, dass ich, gerade in einer Zeit, in der Fitnesszentren zugesperrt sind, in der Fitnesskammer der Feuerwehr Laufen trainieren kann. Das ist das Eine und die wirklich außergewöhnliche Kameradschaft meiner Feuerwehrkameraden, die mich in jeder Phase unterstützen, haben den Erfolg gebracht. Schritt für Schritt konnte ich eine Verbesserung bei meiner Krankheit erreichen."

Erst schob er den Rollstuhl zur Seite, danach benötigte er die Krücken nur mehr für weitere Strecken und seit Oktober geht es größtenteils ohne Hilfsmittel. "Jetzt kann ich sogar meinem Beruf als Bauzeichner in einem Teisendorfer Architekturbüro wieder besser nachgehen", sagt Reimann.

Trotzdem: Auch ohne Hilfsmittel ist die Mobilität noch eingeschränkt und es ist weiterhin ein lebenslanges Training nötig, um den Fortschritt zu erhalten. Starke Schmerzen in den Beinen, fehlendes Gefühl und Wärme/Kälte-Empfinden an den Beinen bis zum Querschnitt in Höhe des Bauchnabels bleiben auch weiterhin, vermutlich lebenslang, und sind natürlich noch eine zusätzliche Belastung. "Auch wenn Außenstehende die Behinderung nicht mehr so offensichtlich wahrnehmen, sind die Einschränkungen weiter enorm."

Mediziner: Hoffnung auch für andere Patienten

Kann man von einem Wunder sprechen? "Mein Genesungsfortschritt ist keine ,Wunderheilung’, sondern hartes Training und es ist auch viel Glück, dass ich heute in dieser Verfassung bin. Es hätte auch anders kommen können. Denn trotz meiner wiedererlangten Mobilität habe ich auch weiter starke Probleme mit der Multiple-Sklerose und der Querschnittlähmung. Aber ich kann mich glücklich schätzen, weil es gibt bei dieser Krankheit viele schwerere Krankheitsverläufe", so Reimann. Eine Aussage, die die Tapferkeit des Feuerwehrlers widerspiegelt – denn auch sein Fall sei zu den schwereren Verläufen zu zählen, so sein behandelnder Arzt, Prof. Dr. med. Thorleif Etgen vom Klinikum Traunstein. Umso mehr könne der Fall des Laufeners auch vielen anderen Patienten Hoffnung machen. "Auch wenn die Neurologie aktuell die MS noch nicht heilen kann, stehen für unsere Patienten in den letzten Jahren hochwirksame Medikamente zur Verfügung, die die Krankheitsaktivität sehr effektiv einbremsen kann", so der Mediziner. So habe man bei Reimann mit sogenannten monoklonalen Antikörper erreichen können, dass seit Juli 2018 erfreulicherweise keine Schübe mehr auftraten.

"Ich bin übrigens sehr froh, dass wir diese Therapien auch in Traunstein in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten im Rahmen unserer Spezialambulanz anbieten können, so dass wir unsere Patienten regional gut versorgen können", so Professor Etgen, der bei allem medizinischen Fortschritt allerdings auch betont, dass Reimann mit seinem Training selbst wesentlich zur Verbesserung der Situation beigetragen hat.

"Ein Training ist bei MS immer sehr wichtig, oft am besten in Zusammenarbeit mit Physio-/Ergotherapie." Wie bei jedem Training solle man es zwar nicht überstrapazieren – "die Gefahr einer Verschlechterung besteht in der Regel jedoch nicht, wenn man auf seinen Körper hört und rechtzeitig ein ,zu hartes Training‘ beendet. Auch ein gutes soziales Umfeld – wie bei Herrn Reimann zum
Beispiel die Feuerwehr – ist bei der Therapie sehr wichtig."
 
Autor: Prof. Josef Standl / Johannes Geigenberger Fotos:  Prof. Josef Standl / Südostbayerische Rundschau (2 Bilder)
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