Berichte

2017 war ein besonderes Jahr
// 2017 war ein besonderes Jahr 16.03.2018
Artikel Südostbayerische Rundschau - 22.03.2018:

Die Laufener Feuerwehr bewältigte 160 Einsätze und zog in das neue Domizil um

Laufens neues Feuerwehrhaus scheint zum Vorbild zu werden. Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller wünscht sich Vergleichbares für Piding, Oberndorfs 2. Kommandant Alexander Rabold für seine Heimatstadt. In diesem neuen Domizil am Bauhof fand nun erstmals die Jahreshauptversammlung der Laufener Wehr statt; eine offizielle Einweihung wird es am 28. und 29. April geben. Bürgermeister Hans Feil konnte sich einen Seitenhieb auf jene Stimmen nicht verkneifen, die dabei "Andeutungen" zum Sparen machten: "Wer sich für die Allgemeinheit derart engagiert, bei dem schaue ich nicht auf den letzten Euro", so Feil.

Das Stadtoberhaupt griff sechs Einsätze im vergangenen Februar beispielhaft heraus. "Retten, schützen, bergen - und das zu jeder Tages- und Nachtzeit." Welch psychischer Belastung die Einsatzkräfte ausgesetzt seien, verdeutlichte das Stadtoberhaupt mit dem Verweis auf einen Suizid an der Bahnstrecke.

Dass man als Feuerwehrmann und -frau keine Actionfilme mehr braucht, machte die Bilderschau von Kommandant Herbert Kitzberger deutlich: zerstörte Autos zwischen Bäumen, vom Sturm geknickte Stämme, gebrochene Hauptwasserleitungen, ein massiver Gebäudebrand in Mayerhofen. 16 Brandeinsätze waren es im vergangen Jahr insgesamt. 135 technische Hilfeleistungen und neun Sicherheitswachen absolvierten die Aktiven, ehe sie zum Jahresende an zwei Wochenenden vom alten in das neue Feuerwehrhaus umzogen.

4800 ehrenamtliche Stunden zählte Kitzberger allein für die Arbeit der Aktiven an dem neuen Domizil. Dass der Feuerwehrverein annähernd 30000 Euro selbst dazu beigesteuert hat, erläuterte Kassier Korbinian Adler. Dem attestierte Kassenprüfer Klaus Kalb eine einwandfreie Kassenführung, worauf die Entlastung einhellig erfolgte.

Auf zehn Neuzugänge verwies Vereinsvorsitzender Florian Brandl. Die Mitgliederzahl beträgt somit 321. Die Wehr hat 75 Aktive, davon 18 in der Jugendfeuerwehr. Verantwortlicher dafür ist Andreas Herner. Der berichtete der Versammlung von rund tausend Stunden für Ausbildung und Übungen. Rechne man noch die allgemeine Jugendarbeit, die Vorbereitungen und die Sitzungen hinzu, komme man auf 1300 Stunden Jugendarbeit. Fester Bestandteil seien Wissenstests und der traditionelle Umwelttag am Karsamstag, bei dem die Buben und Mädels in der Landschaft rund um Laufen aufräumen. Herner bedankte sich beim Verein, der die neue Jugendkleidung beschafft hatte.

Die Vereinsmitglieder machen bei den Festen der Nachbarn und als einzige "Flachland-Mannschaft" beim Skirennen am Königssee mit. "Wir waren besser als die Berchtesgadener", freute sich Vorsitzender Florian Brandl, der aber auch Kritisches nicht verschwieg: "Miteinander reden, nicht übereinander. Nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen und Geschehenes einfach mal gut sein lassen, dann wäre allen geholfen." Deutliche Worte kamen auch von Laufens Polizeichef Erwin Wimmer. Ihn mache es wütend, wenn Einsatzkräfte beschimpft, beleidigt oder gar tätlich angegriffen würden. "Glücklicherweise hat der Gesetzgeber reagiert", so der Erste Polizeihauptkommissar, und mit dem Paragrafen 115 Absatz III Strafgesetzbuch die Möglichkeit geschaffen, konsequent zu ahnden. Wimmer ermutigte die Kameraden, in solchen Fällen Anzeige zu erstatten.

Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller blickte auf die "Arbeit im Hintergrund, die in keiner Zeitung steht". Er gratulierte den Laufenern zum neuen Haus, aber auch zum neuen "mittleren Löschfahrzeug", das es möglich mache, auch kleine Gassen in der Altstadt zu befahren. Skeptisch ist Schaller bei der digitalen Alarmierung: "Die wird sich noch einige Jahre hinziehen." Große Probleme sieht er mit der zunehmenden Zahl von Elektroautos auf die Wehren zukommen: Einerseits bestehe die Gefahr hoher Spannung, andererseits gebe es Akkus, die nicht mehr zu löschen seien.

Alexander Rabold sieht eine große Feier auf sich und seine Oberndorfer Kameraden zukommen. Der stellvertretende Kommandant versprach, beim großen Laufener Einweihungsfest dabei zu sein, den Folgetag habe man sich vorsorglich freigenommen. "Wir planen auch einen solchen Neubau", verriet Rabold, bat aber: "Bitte noch nichts dem Bürgermeister sagen." Kurz hielt sich Christoph Scharf von der Wasserwacht. Er brachte seine Freude über das neue gemeinsame Domizil zum Ausdruck: "Damit wachsen wir noch besser zu einer Gemeinschaft zusammen."

Zu guter Letzt begrüßte Kommandant Kitzberger zwei neue Aktive: Sebastian Frenzl und Steve Büchner. In die Jugendfeuerwehr aufgenommen wurden Vanessa Freundl, Katarina Mühlfeldner und Kevin Streitwieser, ein "Quereinsteiger" ist Stefan Haberlander. Kitzberger beglückwünschte Noel Haase, Noah Guspini und Philipp Engelmann zum Übertritt in den aktiven Dienst. Eines ist dem Kommandanten stets ein Anliegen: Der Dank an jene Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für den Dienst an der Allgemeinheit freistellen. Nicht weniger wichtig ist ihm der Dank an Partner und Lebensgefährten für das Verständnis, "wenn die Kommandanten wieder zum Einsatz rufen".
 
Autor: Hannes Höfer Fotos:  Feuerwehr Laufen (3 Bilder)
© 2018 Freiw. Feuerwehr Stadt Laufen | Impressum | Kontakt
Diese Website nutzt Cookies