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Altes Rathaus stand zur Probe in Flammen
// Altes Rathaus stand zur Probe in Flammen 12.11.2018
Vier junge Männer recken ihre Köpfe über die Fassadenkrone des Alten Rathauses. Hoch vom Dach rufen sie um Hilfe. Der Grund: Es brennt im Obergeschoß, das Treppenhaus ist voller Rauch, zum Glück nicht wirklich. Es war das Übungsszenario am Samstagnachmittag in Laufens Altstadt. Drei Wehren, 14 Fahrzeuge und insgesamt 80 Einsatzkräfte kämpften gegen den Brand und um Menschenleben. Am Ende waren alle gerettet. Und die Verantwortlichen weitgehend zufrieden.

Wenige Minuten nach der Alarmierung liefen die ersten Aktiven zum und ins Rathaus, um sich ein Bild der Lage zu machen. Die war dramatisch, und für die jungen Männer am Dach lebensbedrohlich. Die Brandmeldeanlage hatte Alarm geschlagen. Die drei Standardfahrzeuge Einsatzleitung, Tanklöschzug und Drehleiter machten sich sofort auf in Richtung Altstadt. Kurz darauf alarmierte man den Löschzug Leobendorf und die Kameraden aus Oberndorf. Schließlich erreichte noch die Fridolfinger Feuerwehr den Einsatzort und orientierte sich mit ihrer Leiter und einem Tanklöschfahrzeug sofort zur Salzachseite, denn auch dort harrten vier Mann am Dach auf Rettung; da waren jene an der Rottmayrstraße schon in Sicherheit.

Mit dem Eintreffen der Aktiven lief die gesamte Maschinerie an. Atemschutzträger arbeiteten sich Stockwerk um Stockwerk nach oben, große Lüfter wurden platziert, um den Rauch herauszublasen. Schlauchleitungen von den Tankfahrzeugen und von der Salzach brachten Wasser von allen Seiten an den Einsatzort, notwendige Geräte und Werkzeuge wurden ins brennende Gebäude getragen. Nirgends Hektik, alles lief ruhig und überlegt ab, die Handgriffe saßen. Ruhig blieben auch die gefährdeten jungen Männer. Die vier Kameraden der Saaldorfer Wehr ließen sich gleich zweimal, sowohl west- als auch ostseitig, retten.

Stark gefordert war zunächst Laufens Einsatzleiter Florian Schwarz, ehe ihm zwei Abschnittsleiter zur Seite sprangen. „Unser Altes Rathaus ist gut frequentiert“, erklärte Laufens Kommandant Herbert Kitzberger abschließend,
„im Brandfall ist also tatsächlich mit Personengefährdung zu rechnen.“ Die ganze Übung beobachtet hatten Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller und Kreisbrandrat Josef Kaltner. Kreisbrandmeister Christian Burr hatte die Einsatz- und Aktionszeiten akribisch notiert und seine Zahlen in der Bilanzrunde präsentiert. Tatsächlich lief die Aktion praktisch im Minutentakt. Der letzte der jungen Männer war um 14.49 Uhr in Sicherheit. Kreisbrandmeister Michael Brandl hätte sich einen früheren Einsatz der großen Lüfter gewünscht. Außer kleiner funktechnischer Probleme war man aber mit dem Ablauf rundum zufrieden. „Solche Übungen sind gerade an so exponierten Gebäuden sehr wichtig“, betonte Leonhard Schaller in seinen Dankesworten an die Kameraden.

Die hatte die Stadt Laufen zu einer abschließenden Brotzeit eingeladen. Doch kaum hatte man am Laufener Feuerwehrhaus Platz genommen, mussten die Oberndorfer Kameraden wieder los: Mit Blaulicht und Sirene steuerten sie sofort heimwärts. Eine Katze musste mit der großen Drehleiter von einem Baum geholt werden. Pech hatte ein junges Paar, das ihren großen SUV ins Halteverbot gestellt hatte, um sich von der neuen Gaststätte in der Rottmayrstraße Speisen mitzunehmen. Daraus wurden am Ende zwei Stunden, denn mit dem Eintreffen der Einsatzfahrzeuge gab es kein Durchkommen mehr.
 
Autor: Hannes Höfer Fotos:  Verena Lang (51 Bilder)
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